Die Schadensanalyse elektrischer Komponenten ist ein wesentlicher Bestandteil meiner sachverständigen Tätigkeit. Neben der Begutachtung der Elektroinstallation selbst werden auch die eingesetzten Bauteile detailliert untersucht, um Schadensursachen fachlich fundiert und nachvollziehbar zu klären.
Warum eine Begutachtung nicht bei der Installation endet
Die fachgerechte Ausführung elektrischer Anlagen ist eine wesentliche Voraussetzung für einen sicheren Betrieb. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder, dass Schäden, Fehlfunktionen oder sicherheitsrelevante Mängel nicht allein aus der sichtbaren Installation resultieren, sondern aus den verwendeten Komponenten selbst.
Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Elektrotechnikerhandwerk beschränkt sich meine Tätigkeit daher nicht ausschließlich auf die Begutachtung der handwerklichen Ausführung vor Ort. Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist die Untersuchung der eingesetzten elektrischen und elektronischen Bauteile.
Eigenes Elektrolabor für vertiefende Untersuchungen
In meinem Büro steht ein speziell ausgestattetes Elektrolabor zur Verfügung. Dieses ermöglicht es, Komponenten unter kontrollierten Bedingungen detailliert zu analysieren und fachlich belastbar zu bewerten. Zur Ausstattung zählen unter anderem:
- Auflichtmikroskop zur Untersuchung von Leiterplatten, Lötstellen und Bauteilen
- Trenntransformator für sichere Messungen an spannungsführenden Baugruppen
- Geeignete Mess und Prüfgeräte zur elektrischen und optischen Analyse
Durch diese Ausstattung können Bauteile untersucht werden, die im eingebauten Zustand keine eindeutigen Hinweise auf die tatsächliche Schadensursache liefern.
Typische Schadensbilder aus der Praxis
Im Rahmen von Gutachten und Schadensanalysen treten immer wieder ähnliche Schadensursachen auf, die ohne Laboruntersuchung häufig unentdeckt bleiben:
Überspannungsschäden
Feine Risse in Leiterbahnen, zerstörte Halbleiterstrukturen oder thermische Spuren an Bauteilen sind typische Hinweise auf transiente Überspannungen, etwa infolge von Schalthandlungen, Blitzereignissen oder mangelhafter Schutzkonzepte.
Feuchtigkeitsschäden
Korrosion an Leiterplatten, Kriechströme oder Unterwanderungen von Schutzlacken lassen sich häufig nur unter Vergrößerung eindeutig erkennen. Besonders relevant sind solche Schäden bei Anlagen in Kellern, Außenbereichen oder feuchtebelasteten Umgebungen.
Thermische Überlastungen
Überhitzte Bauteile, unzureichend dimensionierte Komponenten oder mangelhafte Wärmeabfuhr führen zu Alterung und Ausfällen, die sich anhand von Verfärbungen, Materialveränderungen oder strukturellen Schäden nachweisen lassen.
Bedeutung für Gutachten und Schadensbewertungen
Die laborseitige Untersuchung von Komponenten ermöglicht eine klare Abgrenzung zwischen Ausführungsfehlern, Planungsmängeln, äußeren Einwirkungen und materialbedingten Ursachen. Dies ist insbesondere relevant bei:
- Versicherungsfällen
- Haftungs und Gewährleistungsfragen
- Gerichtlichen Auseinandersetzungen
- Streitigkeiten zwischen Auftraggebern und ausführenden Unternehmen
Alle Feststellungen werden sachlich, nachvollziehbar und gutachtengerecht dokumentiert. Ziel ist stets eine technisch fundierte Ursachenklärung ohne Interessenbindung.
Elektrotechnik ganzheitlich betrachten
Eine elektrische Anlage ist immer das Zusammenspiel aus Planung, handwerklicher Ausführung und den eingesetzten Komponenten. Eine seriöse Bewertung kann daher nicht an der Oberfläche enden.
Durch die Kombination aus praktischer Handwerkserfahrung, sachverständiger Tätigkeit und laborbasierter Schadensanalyse lassen sich elektrische Schäden umfassend und belastbar beurteilen. Das schafft Klarheit, Sicherheit und eine fundierte Grundlage für Entscheidungen.
Wenn Sie Fragen zu Schadensanalysen, Gutachten oder zur technischen Bewertung elektrischer Komponenten haben, sprechen Sie mich gerne an.

